Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren (EG 317)

1) Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren,
meine geliebete Seele, das ist mein Begehren.
Kommet zuhauf, Psalter und Harfe, wacht auf,
lasset den Lobgesang hören!

2) Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret,
der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet,
der dich erhält, wie es dir selber gefällt;
hast du nicht dieses verspüret?

3) Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet,
der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet.
In wieviel Not hat nicht der gnädige Gott
über dir Flügel gebreitet!

4) Lobe den Herren, der sichtbar dein Leben gesegnet,
der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet.
Denke daran, was der Allmächtige kann,
der dir mit Liebe begegnet!

5) Lobe den Herren, was in mir ist, lobe den Namen.
Alles, was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen.
Er ist dein Licht, Seele, vergiß es ja nicht.
Lob ihn in Ewigkeit! Amen.

Dies Lied von Joachim Neander (1650-1680) ist im Evangelischen Gesangbuch auch in einer neueren ökumenischen Fassung zu finden und zwar unter Nr. 316. Es gehört zu den Kernliedern.

Hier kurz die Textabweichungen:

1. Strophe Zeile 2: lob ihn, o Seele, vereint mit den himmlischen Chören.

4. Strophe Z.1: Lobe den Herren, der sichtbar dein Leben gesegnet,

5. Strophe Z.2: Lob ihn mit allen, die seine Verheißung bekamen.

Z.6: Lob ihn in Ewigkeit. Amen.

Das Lied, das sich an den Psalmvers „Lobe den Herren, meine Seele, und was in mir ist seinen heiligen Namen (Psalm 103, 1) anschließt, ist  in über 30 Sprachen übersetzt worden (Geistliches Wunderhorn, S.312). Es ist fast durchweg ein Gespräch des Ichs mit sich selbst, seiner Seele. Neander war Konventikler, bekam Schwierigkeiten mit seiner reformierten Gemeinde und musste aus Düsseldorf zu seinem Heimatort Bremen zurückgehen. Die sprachliche und musikalische Form (Daktylen und Dreiertakt) widersprach der damaligen Lehren der Poetik für Kirchenlieder. Aber sein Lied, das ja in der Tat weitgehend allein um das Ich kreist (Ausnahmen: Vers 1, Z.3-6 und Vers 5, Z.2) hat sich durchgesetzt. (Mehr dazu: Geistliches Wunderhorn, S.315ff.)

Gesang EG 317

ökumenische Fassung EG 316 (Frauenkirche Dresden)

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