Mit Ernst, o Menschenkinder … (EG 10)

1. Mit Ernst, o Menschenkinder, das Herz in euch bestellt,
    bald wird das Heil der Sünder, der wunderstarke Held,
    den Gott aus Gnad allein der Welt zum Licht und Leben
    versprochen hat zu geben, bei allen kehren ein.

2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast;
    macht seine Steige richtig, lasst alles, was er hasst;
    macht alle Bahnen recht, die Tal lasst sein erhöhet,
    macht niedrig, was hoch stehet, was krumm ist, gleich und schlecht.

Der Text der 2. Strophe dieses Liedes geht auf Jesaja 40, 3-4 zurück:
„In der Wüste bereitet dem Herrn den Weg, macht in der Steppe eine ebene Bahn unserm Gott! Alle Täler sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden, und was uneben ist, soll gerade, und was hügelig ist, soll eben werden.“
Diese Aufforderung wird im Bericht des Markusevangeliums über das Auftreten Johannes des Täufers aufgegriffen, dessen Bußruf lautet: „Bereitet den Weg des Herrn, macht seine Steige eben!“ (Mk 1, 3-4)

3. Ein Herz, das Demut liebet, bei Gott am höchsten steht;
    ein Herz, das Hochmut übet, mit Angst zugrunde geht;
    ein Herz, das richtig ist und folget Gottes Leiten,
    das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Christ.

4. Ach mache du mich Armen zu dieser heilgen Zeit
    aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit.
    Zieh in mein Herz hinein vom Stall und von der Krippen,
    so werden Herz und Lippen dir allzeit dankbar sein.

Ursprünglich wurde in der 4. Strophe des von Valentin Thilo (1607–1662), in Königsberg geschriebenen Liedes ausdrücklich auf Johannes Bezug genommen:

  Das war Johannis Stimme, das war Johannis Lehr;
  Gott strafet den mit Grimme, der ihm nicht gibt Gehör.
  O Herr Gott mach auch mich zu deines Kindes Krippen,
  so sollen meine Lippen mit Ruhm erheben dich.

Ab 1657 ist diese Strophe dann zugunsten einer weiteren auf Herzensfrömmigkeit konzentrierten Strophe fallen gelassen worden.

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Geschichte, Politik, Literatur
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