Gib Frieden, Herr, gib Frieden, … (EG 430)

Gib Frieden, Herr, gib Frieden,
die Welt nimmt schlimmen Lauf.
Recht wird durch Macht entschieden,
wer lügt, liegt obenauf.
Das Unrecht geht im Schwange,
wer stark ist, der gewinnt.
Wir rufen: Herr, wie lange?
Hilf uns, die friedlos sind.

Gib Frieden, Herr, wir bitten!
Die Erde wartet sehr.
Es wird so viel gelitten,
die Furcht wächst mehr und mehr.
Die Horizonte grollen,
der Glaube spinnt sich ein.
Hilf, wenn wir weichen wollen,
und lass uns nicht allein.

Gib Frieden, Herr, wir bitten!
Du selbst bist, was uns fehlt.
Du hast für uns gelitten,
hast unsern Streit erwählt,
damit wir leben könnten,
in Ängsten und doch frei,
und jedem Freude gönnten,
wie feind er uns auch sei.

Gib Frieden, Herr, gib Frieden:
Denn trotzig und verzagt
hat sich das Herz geschieden
von dem, was Liebe sagt!
Gib Mut zum Händereichen,
zur Rede, die nicht lügt,
und mach aus uns ein Zeichen
dafür, dass Friede siegt.

EG 430 (nach Predigt von Sebastian Stahl)
Dies Lied geht auf ein Friedensgedicht von Ernst Moritz Arndt von 1837 zurück. 1963 schrieb es  Jan Nooter in ein niederländisches Kirchenlied um (Geef vreede, Heer, geef vrede).  In der Friedensbewegung der DDR spielte die 1980 von Jürgen Henkys ins Deutsche übertragene Fassung eine nicht unwichtige Rolle.

Daher sollte dies Lied durchaus auch im vereinigten Deutschland weiter gepflegt werden zusammen mit traditionellen reformatorischen Liedern wie Ein feste Burg ist unser Gott. Denn in der DDR-Friedensbewegung hat sich gezeigt, dass die Kirchen gerade dadurch zu einem Sammlungspunkt (gleichsam zu einer „Burg“) für auf Wandel hin ausgerichtete Gruppen werden konnten, weil sie in christlichem Geist versuchten, gesprächsbereit zu bleiben:

„damit wir leben könnten,
in Ängsten und doch frei,
und jedem Freude gönnten,
wie feind er uns auch sei.“

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Geschichte, Politik, Literatur
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Eine Antwort zu Gib Frieden, Herr, gib Frieden, … (EG 430)

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